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Dienstag, 20. Mai 2025

Mensch-Tier-Beziehung im kolonialen Kontext

Wie sich rassistisches Gedankengut auch auf die Tierwelt der kolonialisierten Regionen überträgt, zeigt mein Podcast Beitrag zur Kulturgeschichte des Tasmanischen Teufels. Er beginnt mit einem Zitat des “Tiervaters” Alfred Brehm. Hier gehts direkt zum Beitrag Mensch-Tier-Beziehung im kolonialen Kontext, der in der Rubrik Mensch-Tier-Umwelt zu finden ist.

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Samstag, 17. Mai 2025

In Sammlung entdeckt: 40 neue philippinische Schmetterlingsarten

Forschungsteam des Museums für Naturkunde Berlin trägt zur Erfassung globaler Artenvielfalt bei

(c) Volker Borhmann & Eran Wolff

Pressemitteilung des Museums für Naturkunde Berlin vom 12.05.2025: Forschende des Museums für Naturkunde Berlin haben in zwei aktuellen Studien insgesamt 40 bisher unbekannte Schmetterlingsarten aus den Philippinen beschrieben. Dabei haben sie Material aus der Sammlung untersucht, was die hohe Relevanz naturkundlicher Sammlungen bei der Biodiversitätsentdeckung unterstreicht. Die neuen Arten gehören zur Gruppe der Zünslerfalter (Crambidae) – einer vielfältigen Familie mit oft unscheinbaren, aber ökologisch bedeutenden Faltern. Die Entdeckungen basieren auf der sogenannten Integrativen Taxonomie, die genetische und äußere Merkmale kombiniert, um Arten sicher zu identifizieren.

Freitag, 16. Mai 2025

Wenn Fledermäuse wie Babys babbeln

Babbelndes Jungtier der großen Sackflügelfledermaus Saccopteryx bilineata im Tagesquartier, mit Mutter im Hintergrund (Bildnachweis: Michael Stifter; Lautäußerungsnachweis: Ahana A. Fernandez)


Pressemitteilung des Museums für Naturkunde Berlin vom 13.05.2025:
Als Baby sind wir auf unsere Umgebung und soziale Interkationen angewiesen, um sprechen zu lernen. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass auch bei Fledermausbabys der großen Sackflügelfledermaus Saccopteryx bilineata mütterliches Feedback wichtig ist, um Singen zu lernen. Ein Team von Wissenschaftlerinnen des Museums für Naturkunde Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin hat die vokale Entwicklung und das mütterliche Feedback an wilden Fledermäusen über mehrere Jahre untersucht. Diese Studie, die im Dschungel von Panama und Costa Rica durchgeführt wurde zeigt, welche Rolle soziale Faktoren beim vokalen Lernen von Säugetieren spielen.

Montag, 5. Mai 2025

Die verborgene Tierwelt unserer Städte

Marco Granata, Biologe und Naturautor aus dem norditalienischen Susatal, zieht für ein Jahr in die Stadt und entdeckt, nach ausgiebigem Fremdeln mit der Hektik, dem Lärm und dem Grau seiner neuen Lebensumgebung, die vielfältigen Ökosysteme und tierlichen Lebensräume inmitten der von Menschenhand geschaffenen Steinlandschaften. Schließlich ist er zum Forscher der Stadtökologie geworden und hat mit „Die verborgene Tierwelt unserer Städte“ einen städtischen Naturführer geschaffen.

Dienstag, 25. März 2025

Wer ruft da?

Fledermäuse lösen sensorische Konflikte und erkennen Täuschungsversuche

Saccopteryx bilineata (c) Michael Stifter


Pressemitteilung des Museums für Naturkunde Berlin:
Würden Sie jemandem helfen, der um Hilfe ruft, wenn diese Person unversehrt direkt vor Ihnen steht? Wahrscheinlich nicht – und Fledermäuse haben ähnliche Vorbehalte, wie eine neue Studie in Current Biology zeigt. Forschende vom Museum für Naturkunde Berlin und der Universität Neapel Federico II zeigen, dass Fledermäuse visuelle oder geruchliche Eindrücke mit akustischen Signalen abgleichen, um die Realität einer Situation einzuschätzen.

Montag, 24. Februar 2025

Neue Sauropodenfunde in Rumänien revolutionieren Wissen über inselbewohnende Saurier Europas

Pressemitteilung Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung

Das Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren markierte den dramatischen Untergang der Dinosaurier. Doch unser Verständnis dieses Massenaussterbens wurde bisher stark von Fossilien aus Nordamerika geprägt. Eine aktuelle Studie unter der Leitung von Verónica Díez Díaz vom Museum für Naturkunde Berlin zeigt nun auf Grundlage zweier neuer Dinosaurierfunde aus Rumänien, wie bedeutend Europas Fossilienfunde für ein umfassenderes Bild dieser Aussterbeperiode sind.

Sonntag, 2. Februar 2025

Fledermausrufe enthüllen individuelle Persönlichkeitsmerkmale

© Marco Tschapka_1
Pressemitteilung, : Forscherinnen des Museums für Naturkunde Berlin fanden heraus, dass soziale Lautäußerungen von Fledermäusen wichtige Hinweise auf ihre individuellen Persönlichkeitsmerkmale geben können. Die in der renommierten Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B veröffentlichte Studie zeigt, dass bei der nektarfressenden Fledermaus Glossophaga soricina handleyi Proaktivität, Neugier und Mut eng mit der Häufigkeit sozialer Rufe verknüpft sind.

Montag, 28. Oktober 2024

Ameisen

Die geheimen Herrscherinnen der Welt

Die meisten Menschen unserer Breiten dürften Ameisen eher als Ungeziefer, als Störenfriede in Haus und Garten, denn als unglaublich faszinierende und ökologisch ungemein wichtige Spezies wahrnehmen. Und so dürfte die Tatsache, dass es weltweit rund 15.000 bekannte und vermutlich noch einmal so viel unbekannte Ameisenarten gibt, ebenso wenig bekannt sein, wie beispielsweise die Existenz fauler oder tauchender Ameisen. Die Evolutionsökologin und Ameisenforscherin Magdalena Sorger ist seit vielen Jahren ganz in die fantastische Welt der so unglaublich vielseitigen Insekten eingetaucht und versucht mit ihrem Buch auch bei den LeserInnen die Leidenschaft für die wuseligen und global allgegenwärtigen Sechsbeiner zu wecken.

Sonntag, 8. September 2024

Von Fliegenfängern und Katzenklappen

39 Kleinigkeiten zwischen den Arten

Dass die Welt aus mehr besteht, als aus Lebewesen und Materialien, die den Interessen und der Bedürfnisbefriedigung des Menschen dient, hat sich bei vielen schon herumgesprochen. Dennoch spielt sich unser Denken meist immer noch in den alten anthropozentrischen Bahnen alttestamentarischer Prägung ab. Mit dem relativ neuen Ansatz „mehr-als-menschlich“ wird den Forschungsfeldern animal-studies oder human-animal-studies seit etwa 20 Jahren ein weiteres hinzugefügt und mit 39 Beispielen im Buch Von Fliegenfängern und Katzenklappen präsentiert. Dabei geht es insbesondere um die Abkehr vom anthropozentrischen Weltbild und ein radikaleres Verständnis vom Stellenwert des Menschen in der belebten und unbelebten Natur.

Sonntag, 18. Februar 2024

Unterirdisches Leben: Wühlen, graben, buddeln in der Urzeit

Pressemitteilung des Museums für Naturkunde Berlin vom

Abb 1
Ein Forschungsteam um Erstautor Dr. Lorenzo Marchetti vom Museum für Naturkunde Berlin hat erstmals das Grabverhalten von Wirbeltieren aus dem langen Zeitraum von Devon bis Trias untersucht. Sie lebten also vor etwa 400 bis 200 Millionen Jahren – auch unterirdisch. Einige der untersuchten Fossilien wurden im Rahmen des laufenden BROMACKER-Forschungsprojekts entdeckt. Die Erforschung grabender Wirbeltiere der Fossillagerstätte im Thüringer Wald lässt über Vergleiche mit anderen Funden weltweit Schlussfolgerungen über Ursprung und frühe Evolution des Grabverhaltens von Wirbeltieren zu. Sie liefert außerdem neue Erkenntnisse über den klimatischen Wandel auf unserer Erde. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Earth-Science Reviews veröffentlicht.

Donnerstag, 8. Juni 2023

Tooth and Claw

Top Predators oft he World

Wie bereits der Titel verrät, handelt es sich diesem Buch über die Beutegreifer, die an der Spitze der Nahrungskette stehen, um eine englischsprachige Publikation, von der ich mir wünsche, dass sie demnächst auch als deutschsprachige Lizenzausgabe erscheinen wird, um mehr Menschen auch hierzulande zu erreichen.

Sonntag, 7. Mai 2023

Nomaden der Ozeane

Das Geheimnis der Meeresschildkröten

Ob die Meeresschildkröten ein spezielles Geheimnis haben, sei einmal dahingestellt. Aber dass sich ausgerechnet die wechselwarmen Reptilien neben den warmblütigen Lungenatmern so an das nasse Element angepasst haben, dass sie ohne das Meer nicht selbständig existieren können, ist schon ein erstaunliches Phänomen der Evolution. Ebenso erstaunlich, wie die Fähigkeiten, mit denen die Natur diese Tiere für die spezifischen Herausforderungen ihres Lebensraumes ausgestattet hat.

Freitag, 13. Januar 2023

Das neue besondere Autorenbuch - Schiffskater Pixies wilde Freunde

Buchvorstellung und Verlosungsaktion

Im August 1768 startete Schiffskater Pixie mit James Cook auf seine Forschungsreise in die Südsee. In den folgenden drei Jahren sollte der Bordvierbeiner zahlreiche wilde Zeitgenossen kennenlernen, die inzwischen längst vom Aussterben bedroht sind. Diesem Thema widmet sich das neue besondere Autorenbuch, das gerade in Kooperation mit Schiffskatzenmaler Jonathan Petry entsteht. Insofern ist das Buch in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. Lesen Sie weiter auf der Autorenseite

Sonntag, 11. Dezember 2022

Federleicht

Das erstaunliche Leben der Spatzen

Dass Spatzen inzwischen zumindest regional vom Aussterben bedroht sind, hat sich unter Naturaffinen Menschen ja bereits herumgesprochen. Umso erfreulicher, dass sich das lärmende Vogelvolk beispielsweise in den Sträuchern unter unseren Fenstern außerordentlich wohl zu fühlen scheint. Klar, Spatzen sind Kulturfolger und damit dem Menschen und seinen Kuchenkrümeln sehr zugetan. Und doch wissen viele, selbst vogelaffine Menschen nicht allzu viel über den federleichten Gesellen, dessen Leben so spannende Details aufweist. In ihrem Buch „Federleicht“ versuchen die Journalistin Eva Goris und der Umwelt- und Naturschützer Claus-Peter Hutter dem/der LeserIn das erstaunliche Leben der Spatzen gemeinsam nahezubringen.

Donnerstag, 3. November 2022

Über das Aussterben des Blaubocks

Erkenntnisse aus der Sequenzierung von Paläogenomen vom afrikanischen Kontinent

Künstlerische Zeichnung des Blaubocks
Pressemitteilung mfn Berlin 03.11.2022: Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Museums für Naturkunde Berlin (mfn) und der Universität Potsdam hat die ersten beiden Kerngenome des ausgestorbenen Blaubocks sequenziert. Eines der Genome ist mit circa 9.950 Jahren das bislang älteste sequenzierte vom afrikanischen Kontinent. Die genomischen Daten erlauben Einblicke in das Aussterben einer Art. Der Blaubock ist die einzige große afrikanische Säugetierart, die historisch ausgestorben ist. Die Ergebnisse, die in Molecular Biology and Evolution, publiziert sind, zeigen, dass der Blaubock trotz geringer Populationsgröße die klimatischen Veränderungen der letzten 10.000 und mehr Jahre überlebte, bis die europäischen Siedler im 17. Jahrhundert die Art durch Bejagung ausrotteten.

Dienstag, 20. September 2022

Verlosung Tierliche Migranten

Es ist ein Grund zum Feiern! Der zweite Band meiner Reihe „zur Kulturgeschichte des anthropogenen Artensterbens“ wird in wenigen Wochen im Überall im Buchhandel zu erhalten sein. Es war (auch emotional) ein hartes Stück Arbeit, aber ich bin sicher, dass es sich gelohnt hat.

Und deshalb möchte ich auch meine LeserInnen (und die, die es werden wollen) an dem Ereignis mit einer kleinen aber feinen Verlosung beteiligen:

Es ist ganz einfach: Ihr kommentiert unter diesem Post warum ihr das Buch „Tierliche Migranten“ (hier der Klappentext) unbedingt haben möchtet, was euch an diesem Thema besonders interessiert und schon seid ihr im Lostopf und könnt ein persönlich signiertes Exemplar der Sonderausgabe für Lesungen (Taschenbuch 14,8 x 21 mm, 244 Seiten, zahlreiche s/w Abbildungen) samt Lesezeichen, einen Magnetbutton (Rotbarts wilde Verwandte) und die exklusive Tierliche-Migranten-Tasse als Paket gewinnen. Innerhalb von Deutschland sogar portofrei.

Die ganze Aktion läuft bis zum 30.09.2022.


 

Mittwoch, 1. Juni 2022

Trophäenjagd ist kein Artenschutz

Fakten entlarven Jägerlatein

Pressemitteilung (Pro Wildlife e.V.) Dortmund 1. Juni 2022: Jedes Jahr werden auf der Dortmunder Jagdmesse Reisen zum Abschuss bedrohter und geschützter Tiere angeboten. Dabei versucht die Jagdlobby der Trophäenjagd ein ökologisch und ökonomisch nachhaltiges Image zu verleihen. Ein von 15 Tier- und Artenschutzorganisationen veröffentlichtes Faktenpapier entlarvt dies als Greenwashing und räumt mit den 14 gängigsten Trophäenjagd-Fake News auf.

Freitag, 27. Mai 2022

Spillover. Der tierische Ursprung weltweiter Seuchen

Buchvorstellung von Markus Bötefür

Als die Corona-Pandemie im chinesischen Jahr der Ratte ausbrach, hätten es in der westlichen Welt wohl nur wenige Politiker, Zoologen und Mediziner für möglich gehalten, dass eine vom Reich der Mitte ausgehende Zoonose den Globus in Panik versetzen würde. Zu lange war man daran gewöhnt, Chinesen konsequenzlos alles essen zu sehen, was schwimmt, kreucht und fleucht. Für Epidemiologen kam der pandemische Ausbruch hingegen alles andere als unerwartet und nicht wenige von ihnen hatten ein solches Szenario vorhergesehen, denn längst ist bekannt, dass zoonotische Viren für Epidemien wie Lassa-Fieber und Ebola genauso verantwortlich sind, wie für global auftretende Seuchen, von denen Vogelgrippe und Aids bislang die bekanntesten waren.

Montag, 23. Mai 2022

Pferde fliegen Business-Class. Was Tiere, Menschen und Gesellschaft im Nahen Osten verbindet

Buchvorstellung von Markus Bötefür

Kamelrennen, Falkenjagden sowie die Pferdezucht genießen im Nahen und Mittleren Osten seit Generationen einen legendären Ruf und sind als fester Bestandteil der arabischen Kultur auch Europäern bekannt. Welche wichtigen Rollen Kamelen, Falken, Rennpferden sowie anderen wilden und domestizierten Tiere in der Kultur, Religion, Politik, Tradition, aber auch im Sport vieler Völker und Stämme des Vorderen Orients zufallen, blieb westlichen Betrachtern bislang weitestgehend verborgen. Der niederländische Journalist Olaf Koens beleuchtet in seinem 13 Reportagen umfassenden Buch „Pferde fliegen Business-Class“ bizarr anmutende Tierliebe zwischen Mittelmeer und Persischem Golf.

Donnerstag, 19. Mai 2022

Die Mücke. Das gefährlichste Tier der Welt und die Geschichte der Menschheit

Buchvorstellung von Markus Bötefür

Längst haben sich vormals exotische, teilweise auch spleenige Titel (meist aus den Federn britischer oder amerikanischer Historiker) zu einem eigenen Genre in der geschichtswissenschaftlichen Publizistik gemausert und bescheren ihren Verfassern immer öfter überschwängliche Besprechungen in den Feuilletons großer Zeitungen sowie vordere Plätze auf den weltweiten Bestsellerlisten. Nach vielen Büchern über die menschliche Beziehung zu den unterschiedlichsten Haus- und Wildtieren, ist es daher kaum erstaunlich, wenn der kanadische Historiker Timothy Winegard auf gut 600 Seiten die Mensch-Mücke-Beziehung in der Weltgeschichte untersucht und dabei zu erstaunlichen Erkenntnissen gelangt.