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Donnerstag, 3. November 2022

Über das Aussterben des Blaubocks

Erkenntnisse aus der Sequenzierung von Paläogenomen vom afrikanischen Kontinent

Künstlerische Zeichnung des Blaubocks
Pressemitteilung mfn Berlin 03.11.2022: Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Museums für Naturkunde Berlin (mfn) und der Universität Potsdam hat die ersten beiden Kerngenome des ausgestorbenen Blaubocks sequenziert. Eines der Genome ist mit circa 9.950 Jahren das bislang älteste sequenzierte vom afrikanischen Kontinent. Die genomischen Daten erlauben Einblicke in das Aussterben einer Art. Der Blaubock ist die einzige große afrikanische Säugetierart, die historisch ausgestorben ist. Die Ergebnisse, die in Molecular Biology and Evolution, publiziert sind, zeigen, dass der Blaubock trotz geringer Populationsgröße die klimatischen Veränderungen der letzten 10.000 und mehr Jahre überlebte, bis die europäischen Siedler im 17. Jahrhundert die Art durch Bejagung ausrotteten.

Dienstag, 27. September 2022

Die Rückkehr der Drachen

EBook eines Aufsatzes zu Mensch-Tier-Studien

Bei der Untersuchung der Mensch-Tier-Beziehungen früher Zivilisationen in Mesopotamien, bilden Ikonographie und Keilschrifttafeln die erste Quelle. Sie zeigen und beschreiben Drachen, Hybriden und mächtige Tiere wie Löwen in ihrer mythologischen, rituellen und profanen Bedeutung. Die Entstehungsmythen weisen weit in die vorbiblische Zeit zurück, deren religiöse und soziale Grundlagen einschließlich der Mensch-Tier-Beziehungen weitgehend unbekannt sind, wie die Interpretationsversuche der Archäologie von Heiligtümern und Siedlungen vorkeramischer neolithischer Gesellschaften zeigen. Der Aufsatz weist unter anderem auf die gesellschaftliche Instrumentalisierung von Tieren sowie die Grenzen des Wissens hin, die sich nicht nur aus einer traditionellen anthropozentrischen Interpretation archäologischer Funde ergeben. Umfang ca. 35 Buchseiten.

12 Jahre nach Erscheinen meines Buches Andre Zeiten, andre Drachen. Eine Kulturgeschichte des Drachen, habe ich das Thema auf Anfrage des Herausgebers von Dhau - Jahrbuch für außereuropäische Geschichte* unter dem Aspekt Human-Animal-Studies noch einmal aufgegriffen. Vor einer Woche erhielt ich jedoch die Information, dass die Herausgabe des Jahrbuchs kurzfristig eingestellt wurde, sodass ich mich entschieden habe, den Beitrag nun in eigener Regie als eBook herauszugeben.

Freitag, 1. April 2022

Winzige Zähne, große Entdeckung

LWL-Forscher:innen finden neue Säugetierarten


Pressemitteilung vom 01.04.2022; Münster/Balve (lwl). In der Nähe von Balve (Märkischer Kreis) haben Mitarbeiter:innen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) acht winzige Zähne von 125 Millionen Jahre alten Säugetieren entdeckt. Anhand der einen halben Millimeter hohen und einen Millimeter breiten Zähne stellten die Wissenschaftler:innen des LWL-Museums für Naturkunde und der Universitäten Bonn und Sankt Petersburg fest, dass es sich bei den Fossilien um neue Säugetierarten handelt. Die neuen Tierarten gehören zwei längst ausgestorbenen Gruppen an, den Spalacotheriiden und den Dryolestiden. Dies sind kleine, insektenfressende Säugetiere, die zu Zeiten der Dinosaurier gelebt haben. Die nun in einer neuen Studie beschriebenen Zähne sind zum einen der erste Nachweis für Spalacotheriiden in Zentraleuropa. Zum anderen stellen die Dryolestiden-Zähnchen die jüngsten Nachweise dieser Gruppe auf der Nordhalbkugel dar. Bisher gab es bekannte Nachweise von Spalacotheriiden und Dryolestiden aus der Unterkreide in Europa nur aus Großbritannien, der Iberischen Halbinsel und Frankreich.

Samstag, 13. November 2021

„Kalter Knochen“

Forscher beschreiben erste Dinosaurierart, die vor 214 Millionen Jahren auf Grönland lebte

Rekonstruktion des Dinosauriers "Issi saaneq". Victor Beccari

Tom Leonhardt, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Presseinformation: Der zweibeinige Dinosaurier Issi saaneq lebte vor etwa 214 Millionen Jahren im Gebiet des heutigen Grönlands. Er war ein mittelgroßer, langhalsiger Pflanzenfresser und gehörte zu den Vorläufern der Sauropoden, den größten Landtieren aller Zeiten. Herausgefunden hat das ein internationales Forscherteam aus Portugal, Dänemark und Deutschland, an dem auch die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) beteiligt war. Der Name des neuen Dinosauriers ist eine Hommage an die grönländische Inuit-Sprache und bedeutet übersetzt "Kalter Knochen". Über die Entdeckung berichtet das Team im Fachmagazin "Diversity".