Dienstag, 8. November 2022

CITES-Artenschutzkonferenz berät in Panama über Schutz von 600 Arten

 Kontroverse Verhandlungen vom Elefanten bis zum Blauhai

Pressemitteilung Pro Wildlife*, 8. November 2022. Expert*innen fordern auf der bevorstehenden Tagung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES*, 14.-25. November in Panama City) mehr Einsatz für den Schutz gefährdeter Arten. „Das weltweite Artensterben ist dramatisch und der zunehmende Handel mit Wildtieren ist ein großer Teil dieses Problems.  Wir erwarten auf der Weltartenschutzkonferenz insbesondere von der EU klare Entscheidungen gegen die weitere Plünderung bedrohter Arten“, sagt die Biologin Daniela Freyer, die für Pro Wildlife an den Verhandlungen teilnehmen wird. Für die Tagung liegen 52 Anträge zum Schutzstatus von knapp 600 Tier- und Pflanzenarten auf dem Tisch.

 

Wichtige Themen für die 19. CITES-Vertragsstaatenkonferenz:

Donnerstag, 3. November 2022

Über das Aussterben des Blaubocks

Erkenntnisse aus der Sequenzierung von Paläogenomen vom afrikanischen Kontinent

Künstlerische Zeichnung des Blaubocks
Pressemitteilung mfn Berlin 03.11.2022: Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Museums für Naturkunde Berlin (mfn) und der Universität Potsdam hat die ersten beiden Kerngenome des ausgestorbenen Blaubocks sequenziert. Eines der Genome ist mit circa 9.950 Jahren das bislang älteste sequenzierte vom afrikanischen Kontinent. Die genomischen Daten erlauben Einblicke in das Aussterben einer Art. Der Blaubock ist die einzige große afrikanische Säugetierart, die historisch ausgestorben ist. Die Ergebnisse, die in Molecular Biology and Evolution, publiziert sind, zeigen, dass der Blaubock trotz geringer Populationsgröße die klimatischen Veränderungen der letzten 10.000 und mehr Jahre überlebte, bis die europäischen Siedler im 17. Jahrhundert die Art durch Bejagung ausrotteten.

Dienstag, 1. November 2022

Streicheln oder Schlachten

Warum unser Verhältnis zu Tieren so kompliziert ist – und was das über uns aussagt

Unser Verhältnis zu Tieren ist äußerst ambivalent. Da gibt es die geliebten Haustiere, die ganz im Gegensatz zu Nutz- oder Wildtieren (zumindest bei uns) nicht auf dem Teller landen dürfen. Allein insofern ist bereits unsere Wahrnehmung und Kategorisierung von Tieren recht differenziert. Selbst innerhalb der jeweiligen Kategorien finden sich recht differenzierte Mensch-Tier-Verhältnisse. Finden sich in sozialen Medien beispielsweise gehypte Berichte über heroische Rettungsaktionen von Wildentenküken aus Gullys samt „Familienzusammenführung“, werden die quakenden Verwandten anderenorts zur gleichen Zeit von Jagdgesellschaften mit Schrot vollgepumpt. So manches niedliche Schweinchen fristet als umsorgtes Haustier sein Leben, während seine Artgenossen in der Fleischindustrie zu Millionen für den lustvollen Verzehr am Fließband getötet und zerstückelt werden.

Sonntag, 23. Oktober 2022

Die Biester der Bibel

Warum es in der Heiligen Schrift keine Katzen aber eine Killer-Kuh gibt

Es ist schon erstaunlich, was man bei der kulturgeschichtlichen Auseinandersetzung mit der Bibel, so alles erfahren kann. Das sogenannte Buch der Bücher zu lesen und zu erforschen, lohnt sich sowohl unter (natürlich) religiösen aber auch wissenschaftlichen Aspekten. Als je nach gesellschaftspolitischen Interessen immer wieder neu zusammengestellte Sammlung und Interpretation historischer Texte, deren Quellen bis weit in die vorderasiatische Frühgeschichte zurückreichen, erweist sich insbesondere das alte Testament als nahezu unerschöpflicher Forschungsgegenstand. Selbstverständlich gehören in diesem Zusammenhang die Tierwelt und das Mensch-Tier-Verhältnis des vorderasiatisch-europäischen Raumes ebenfalls dazu.