Mittwoch, 7. Oktober 2026

Der Spatz

Ein kleiner Vogel mit großer Geschichte

Keine Frage: der Haussperling ist einer der intelligentesten Vertreter seiner Familie. Ob er tatsächlich einen besonderen Faible für die indoeuropäische Sprachfamilie hat, darf allerdings bezweifelt werden. Dennoch ist der Zusammenhang des Verbreitungsgebietes des geselligen Kulturfolgers mit dem der indoeuropäischen Sprachfamilie unübersehbar. Für den norwegischen Evolutionsbiologen Glenn-Peter Saetre war diese Auffälligkeit jedenfalls Anlass, sich der Entwicklungsgeschichte des Haussperlings über die kulturgeschichtliche Dimension zu nähern.

Dienstag, 6. Oktober 2026

Wissenswochenende im Deutschen Schifffahrtsmuseum

Im Rahmen der Sonderausstellung „Tiere an Bord – Wissen, Ware Wunder“ am Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven findet am 10. und 11. Oktober 2026 das Wissenswochenende statt. Dabei können Besucherinnen und Besucher jeweils von 10 bis 17 Uhr Gäste treffen, die aus der Welt der Tiere erzählen. Darunter der Biologe und Buchautor Dr. Mario Ludwig. In Talks geht es um die Geschichte der Magier Siegfried und Roy und ihres Geparden Chico. Eine Präparatorin wird Einblicke in ihre Arbeit geben, und der Tierarzt Dr. Fabian Müller-Trefzer erzählt, wie Tiere transportiert werden.

Buchprojekt „Tiere an Bord - ein kulturgeschichtlicher Beitrag zu den Human-Animal-Studies

Gewissermaßen als außermusealen Beitrag zum Thema, erlaube ich mir, auch mein Buchprojekt vorzustellen, dass sich nach „Rotbarts wilde Verwandte“ und „Tierliche Migranten“ (beide als Sonderedition im Museumsshop erhältlich) ebenfalls dem Thema „Tiere an Bord“ widmet und an dem ich bereits seit Anfang 2025 arbeite (was vor allen intensive Recherchen bedeutet).

Wenn von Tieren an Bord die Rede ist, dann fallen uns sogleich die vierbeinigen Mannschaftsmitglieder ein, die die Seefahrer vor Nagerplagen schützten, als treue Begleiter ihre mentale Gesundheit förderten oder als Maskottchen verhätschelt wurden.

Doch das Thema Tiere an Bord ist mit den Schmusetigern oder „besten Freunden des Menschen“ und den rührenden Geschichten des 18., 19. und 20. Jahrhunderts nicht einmal annähernd erfasst. Bereits seit der Jungsteinzeit sind Tiere auf Schiffen und Booten nachgewiesen und Katzen gehörten dabei nicht einmal zu den ersten Tierarten, die den Menschen auf seinen See- oder Flussfahrten begleiteten.

Und so beginnt mein Buchprojekt „Tiere an Bord“ im alten Orient, macht einen Abstecher in die Steinzeit, um schließlich über die antiken Kulturen, das Mittelalter und die Frühneuzeit bei den heutigen Tiertransporten zu landen. Dabei geht es auch um die Themen menschengemachtes Artensterben, Invasive Arten, Migration, Krieg und nicht zuletzt natürlich Wachstum und Profit.

Natürlich begegnen uns bei der Reise durch die Zeit auch tierliche Individuen und ihre Schicksale sowie einzelne Tierarten, die über die Zeiten hinweg regelmäßige Passagiere an Bord waren. Wie auch die anderen Bücher dieser Reihe wird „Tiere an Bord“ reichhaltig illustriert sein.

Der voraussichtliche Erscheinungstermin dürfte Anfang 2027 liegen, bis dahin kann jedoch jeder, der sich dafür interessiert, die Entstehung des Buches in den „Kulturstrom-Podcasts“ unter der Rubrik „Mensch-Tier-Umwelt“ begleiten. Bisher sind folgende Episoden (Kapitel) dort erschienen:


Teil 1: Zum Buchprojekt


Teil 2: Mit einem Affenzahn in die Frühgeschichte


Teil 3: Rindertransporte auf dem Nil

 

 

Und außerhalb des Buchprojektes gibt es in den Kulturstrom-Podcasts zum Thema u.a.:

Mit allen Wassern gewaschen

Katzen an Bord

Hunde an Bord


Mittwoch, 9. September 2026

Der Elefant, der sich sein Kopfkissen bastelte

Persönlichkeit und Intelligenz der Tiere

Die Erkenntnis, dass auch nichtmenschliche Tiere, insbesondere Säugetiere, Lebewesen mit Intelligenz, Lernfähigkeit, Charakter und Individualität sind, hat sich bei vielen Menschen schon herumgesprochen. Und wer mit einem geliebten Haustier zusammenlebt, der hat in der Regel ohnehin keinen Zweifel daran, welche intellektuellen und kommunikativen Fähigkeiten so ein nichtmenschliches Familienmitglied an den Tag legt. Doch solche erfahrungsbasierten Erkenntnisse wurden in der Wissenschaft lange Zeit ignoriert oder bestritten. Der Zoologe Walter A. Sontag beschreibt nun in seinem Buch nicht nur, wie sich die wissenschaftliche Erforschung des Tierverhaltens und -bewusstseins entwickelt hat und zu welchen erstaunlichen Ergebnissen die Forscher inzwischen gelangt sind.

Freitag, 14. August 2026

CATS! KATZEN! Das Buch

Bereits das rosa oder meinetwegen auch pinke Cover des zweisprachigen Kataloges CATS! KATZEN des Hamburger Museums am Rothenbaum
 (MARKK) weist darauf hin, dass es sich bei der Sonderausstellung um eine etwas andere als gewohnte Betrachtung des Stubentigers und seiner wilden Verwandten handelt. Nicht zufällig hat sich das ehemalige Völkerkundemuseum den Namen „Kulturen und Künste der Welt“ gegeben. Und es ist u.a. dieser Ansatz, der Ausstellung und Buch zu etwas durchaus Besonderem macht. Denn, so stellen die KuratorInnen in ihrem Vorwort fest: „Die Katze selbst bleibt immer als Katze erkennbar […] mit eigenen Bedingungen und Bedürfnissen. Doch der Mensch deutet die Katze auf vielerlei und teils widersprüchliche Weise ...“ Und es sind diese kulturellen Deutungen, mit denen sich die KuratorInnen in Buch und Ausstellung auseinandersetzen.