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Montag, 20. Januar 2025

Souvenirs Souvenirs 1

Die Rubrik Mensch-Tier-Umwelt in den neuen Kulturstrom-Podcasts

Pünktlich zu Anfang des neuen Jahres habe ich ein neues Projekt ins Leben gerufen: Die "Kulturstrom-Podcasts". Dort gibt was zu hören zu den Themen Kulturgeschichte des Drachen, Literarisches zu Drachen, phantastische Geschichten und nicht zuletzt Beiträge zu Mensch-Tier-Umwelt. Natürlich würde ich mich freuen, wenn all diese Beiträge auf euer Interesse stießen. Vor allem, da auch die Kulturgeschichte des Drachen eine Menge mit dem Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt zu tun hat. Ganz besonders möchte ich euch aber die Rubrik Mensch-Tier-Umwelt ans Herz legen, dessen erster Beitrag heute erschienen ist und - wie alle anderen auch - als MP3-Datei heruntergeladen werden kann. Um immer auf dem Laufenden zu bleiben, solltet ihr auch unbedingt auch gleich den kostenlosen Newsletter abonnieren.

Hier geht es zu Souvenirs, Souvenirs Teil 1

Wenn einer eine Reise tut, bringt er seinen Lieben meist etwas mit. Das war auch in der Vergangenheit so und wie heute sind diese Mitbringsel für andere Kulturen, Tiere und Umwelt oft alles andere als erfreulich. Im heutigen Podcast werfen wir einen Blick in die Vergangenheit und die Sammelleidenschaft frühneuzeitlicher Forscher und “Entdecker”


Dienstag, 12. November 2024

Koloniale Tiere?

Tierbilder im Kontext des Kolonialismus

Wer kennt sie nicht, die Big Five, die unsere Vorstellung von der spektakulären Tierwelt Afrikas prägen. Es sind vor allem Elefant, Nashorn, Kaffernbüffel, Löwe und Leopard, die uns in den Hochglanzprospekten der Reiseveranstalter oder neben anderen Spezies in Dokumentarfilmen über den „schwarzen“ Kontinent begegnen. Die Big Five sind aber weitaus mehr als lediglich große Tiere Afrikas, ihre Bilder reproduzieren in unseren Köpfen noch immer unbewusst ein unmenschliches Weltbild aus kolonialen Zeiten. Lesen Sie weiter auf GeschiMag

Samstag, 28. September 2024

Die Entdeckung allen Lebens

Carl von Linné, Georg-Louis de Buffon und die Erforschung der Natur.

Das 18. Jahrhundert war eine Zeit wissenschaftlicher Erkenntnisse, die dazu beitrugen, unsere Sicht auf die Welt gravierend zu verändern. Dabei fand Wissenschaft in diesem Jahrhundert in einem aus heutiger Sicht skurrilen gesellschaftlich-religiösen Rahmen statt, aus dem auszubrechen, sich die wenigsten leisten konnten. Die Protagonisten dieses Buches, Carl von Linné und Georg-Louis de Buffon verkörpern in diesem Zusammenhang gewissermaßen Gegenpole (nicht nur) bei der Herangehensweise an ihr Ziel, „erstmals alles Leben auf der Erde zu finden, zu verstehen und zu benennen.“ Der amerikanische Journalist, Jason Roberts, hat die Biografien der Kontrahenten in die von ihnen wesentlich beeinflusste und faszinierende Geschichte der Entdeckung der Tiefenzeit, der Evolution und die Entstehung der Biologie in großartiger Weise eingebettet.

Sonntag, 23. Oktober 2022

Die Biester der Bibel

Warum es in der Heiligen Schrift keine Katzen aber eine Killer-Kuh gibt

Es ist schon erstaunlich, was man bei der kulturgeschichtlichen Auseinandersetzung mit der Bibel, so alles erfahren kann. Das sogenannte Buch der Bücher zu lesen und zu erforschen, lohnt sich sowohl unter (natürlich) religiösen aber auch wissenschaftlichen Aspekten. Als je nach gesellschaftspolitischen Interessen immer wieder neu zusammengestellte Sammlung und Interpretation historischer Texte, deren Quellen bis weit in die vorderasiatische Frühgeschichte zurückreichen, erweist sich insbesondere das alte Testament als nahezu unerschöpflicher Forschungsgegenstand. Selbstverständlich gehören in diesem Zusammenhang die Tierwelt und das Mensch-Tier-Verhältnis des vorderasiatisch-europäischen Raumes ebenfalls dazu.

Dienstag, 27. September 2022

Die Rückkehr der Drachen

EBook eines Aufsatzes zu Mensch-Tier-Studien

Bei der Untersuchung der Mensch-Tier-Beziehungen früher Zivilisationen in Mesopotamien, bilden Ikonographie und Keilschrifttafeln die erste Quelle. Sie zeigen und beschreiben Drachen, Hybriden und mächtige Tiere wie Löwen in ihrer mythologischen, rituellen und profanen Bedeutung. Die Entstehungsmythen weisen weit in die vorbiblische Zeit zurück, deren religiöse und soziale Grundlagen einschließlich der Mensch-Tier-Beziehungen weitgehend unbekannt sind, wie die Interpretationsversuche der Archäologie von Heiligtümern und Siedlungen vorkeramischer neolithischer Gesellschaften zeigen. Der Aufsatz weist unter anderem auf die gesellschaftliche Instrumentalisierung von Tieren sowie die Grenzen des Wissens hin, die sich nicht nur aus einer traditionellen anthropozentrischen Interpretation archäologischer Funde ergeben. Umfang ca. 35 Buchseiten.

12 Jahre nach Erscheinen meines Buches Andre Zeiten, andre Drachen. Eine Kulturgeschichte des Drachen, habe ich das Thema auf Anfrage des Herausgebers von Dhau - Jahrbuch für außereuropäische Geschichte* unter dem Aspekt Human-Animal-Studies noch einmal aufgegriffen. Vor einer Woche erhielt ich jedoch die Information, dass die Herausgabe des Jahrbuchs kurzfristig eingestellt wurde, sodass ich mich entschieden habe, den Beitrag nun in eigener Regie als eBook herauszugeben.

Samstag, 9. Juli 2022

Rotbarts wilde Verwandte. Zur Kulturgeschichte des anthropogenen Artensterben

eine Buchvorstellung von Markus Bötefür

„Kein Mensch wird dadurch satt, dass Lebensmittel in gewaltigen Mengen vergeudet und vernichtet werden, um die Preise hochzuhalten.“ Was hat diese zweifellos richtige Feststellung in einem Buch über Raubkatzen zu suchen? Sehr viel, denn Wolfgang Schwerdt beschreibt in seinem überaus interessanten Werk über das von Menschen gemachte Artensterben dessen historischen Verlauf exemplarisch am Schicksal einiger Raubkatzenarten. Dass er Löwen, Tiger, Panther und Co. keineswegs zufällig ausgewählt hat, ist für diejenigen kein Wunder, die mit seinem Schrifttum vertraut sind. Schließlich ist der gelernte Journalist Schwerdt nicht nur ein Freund der Samtpfoten, sondern auch ein ausgewiesener Katzenkenner. Ein breites belletristisches Lesepublikum kennt ihn seit vielen Jahren als Vater des Schiffskaters Rotbart, eines auf den Planken frühneuzeitlicher Entdeckerschiffe segelnden und mit guter Beobachtungsgabe ausgestatteten Katers. Rotbart tritt auch im Buch über seine seiner wilden und meist viel größeren Verwandten in kurzes Passagen auf, was dem Buch einen angenehmen Schmökercharakter verleiht.

Marmorkatze und Sunda-Nebelparder

In „Rotbarts wilde Verwandte“ stellen Schwerdt und Rotbart die einzelnen Raubkatzen, darunter solch exotische Erscheinungen wie Marmorkatze und Sunda-Nebelparder, nicht allein als faszinierende Geschöpfe in ihren natürlichen Habitaten vor, sondern auch ihre „Funktion“ für den Menschen in einem Zeitalter, das (leider!) mit Fug und Recht als Anthropozän bezeichnet werden muss. Die Leser erfahren dabei Erstaunlichen: So wurden z. B. Leoparden nicht nur in den Arenen der römischen Antike in Massen niedergemetzelt, später als Schädlinge und Träger wunderschöner Felle gnadenlos bejagt, sondern sie dienten den Menschen bereits im alten Indien als Jagdgefährten, indem sie bei Parforcejagden die Funktion von Hunden einnahmen.

Schwerdt hat viel Arbeit und Mühe in sein Buch gesteckt, viele tausend Seiten historischer Literatur gewälzt und daraus ein farbenfrohes, schönes und zugleich sehr nachdenklich stimmendes Werk über die Geschichte und Bedrohung von Großkatzen auf unserem Planeten geschafften. Dass ihm dies gelungen ist, liegt weniger an Schiffskater Rotbart; es wurzelt vielmehr in seiner langjährigen Erfahrung als Wissenschaftsjournalist und Sachbuchautor, wo er vor allem als Schifffahrtshistoriker in Erscheinung getreten ist. Akribische Forschungsberichte über Takelage und Bruttoregistertonnen sucht man in seinen nautischen Abhandlungen aber ebenso vergebens wie in seinen Schiffskatzenstorys. Ihm geht es stets um das Mensch-Tier-Verhältnis in einer vom Menschen geprägten Welt. Dabei müssen es nicht immer so reale Kreaturen wie Tiger oder Schiffskater sein. Dem Vielschreiber Schwerdt genügen mitunter auch Drachen.

Artenschutz ohne Zeigefinger

Mit „Rotbarts wilde Verwandte“ ist Wolfgang Schwerdt ein außergewöhnliches Buch gelungen. Man spürt seine Leidenschaft für den Artenschutz. Trotzdem ist es kein dogmatisches Werk, denn sein Autor bleibt stets sachlich und trotz seiner unüberlesbaren Abneigung gegen das Waidwerk – und erst recht gegen die Katzenjagd! – immer fair. Eine Vielzahl historischer Abbildungen, die von der ägyptischen Antike bis ins 20. Jahrhundert reichen illustrieren dieses wunderschöne und äußert lehrreiche Buch, mit dem der Leser sich reich beschenkt fühlt.

Wolfgang Schwerdt: Rotbarts wilde Verwandte. Zur Kulturgeschichte des anthropogenen Artensterbens, Norderstedt 2019, 183 Seiten.