Große Sonderausstellung ab 10. Oktober im Übersee- Museum Bremen

Keyvisual der Ausstellung Kult Katze
Kaum ein Tier fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden so sehr wie die Katze. Verehrt und gefürchtet, mystifiziert und vermenschlicht, wild und zugleich vertraut: Ab dem 10. Oktober 2026 widmet das Übersee-Museum Bremen diesem außergewöhnlichen Tier die große Sonderausstellung „Kult Katze!“. Auf rund 800 Quadratmetern zeigt die Ausstellung bis zum 30. Mai 2027 etwa 300 Exponate aus Asien, Afrika und Amerikas aus vier Jahrtausenden.
Die Ausstellung beleuchtet die kulturgeschichtliche Bedeutung von Großkatzen wie Löwe, Tiger, Leopard und Jaguar ebenso wie die Rolle der Hauskatze als Haustier, Popikone und Internetstar. Zu sehen sind unter anderem Katzenmumien aus dem Alten Ägypten, Leopardenobjekte aus Westafrika, japanische Maneki Neko und moderne Katzen-Memes. „Kult Katze!“ zeigt die Katze zugleich als evolutionäre Meisterin und kulturelle Ikone.
Ein atmosphärisch inszenierter „Cat Walk“ eröffnet die Ausstellung. Hier begegnen die Besucherinnen und Besucher verschiedenen Katzenarten - vom Löwen und Schneeleoparden über den Ozelot bis zur Hauskatze. Der erste Ausstellungsteil widmet sich der symbolischen Bedeutung der Katze in unterschiedlichen Kulturen.

Häuptlinge der Region des Kleinen Namaqualandes mit
Leopardenfellen, südlich des Flusses Oranje.
Robert Jacob Gordon, c. 1 779. Rijksmuseum Amsterdam PD
Im Bereich der „mächtigen Katze“ wird deutlich, wie Herrscher und Eliten weltweit die Symbolik von Großkatzen zur Darstellung von Macht und Überlegenheit nutzten. Exponate wie ein Leopardenthron aus dem ehemaligen Königreich Bamum oder ein Ensemble aus Löwenfell aus Abessinien zeigen, wie eng Katze und Herrschaft miteinander verbunden waren.
Von mächtigen, göttlichen und dämonischen Katzen
Der Bereich der „göttlichen Katze“ thematisiert Katzen als verehrte Wesen mit übernatürlichen Kräften. Im Alten Ägypten waren Löwe und Hauskatze Teil der Götterwelt, etwa in Gestalt der Göttinnen Sachmet und Bastet. Eine Katzenmumie verdeutlicht die religiöse Bedeutung dieser Tiere. Auch in Mittel- und Südamerika sowie in Asien erscheinen Großkatzen als Träger spiritueller Macht. In Japan begegnet den Besucherinnen und Besuchern zudem eine Wand voller Maneki Neko, der bekannten Glückskatzen. Dass Katzen nicht nur positiv besetzt waren, zeigt der Bereich der „dämonischen Katze“. Hier wird deutlich, dass Katzen in Mythen und Erzählungen auch als unheimliche oder widerständige Wesen erscheinen. Zugleich wurde ihre Symbolik immer wieder politisch aufgeladen - etwa in Befreiungsbewegungen oder Protestkulturen.
Die vielen Seiten des Stubentigers
Der zweite Teil der Ausstellung, „Der Stubentiger“, fragt danach, wie aus der Wildkatze ein Haustier, Jagdhelfer, Gefährte und Popphänomen wurde. Im Bereich der „nützlichen Katze“ geht es um die Rolle der Katze als Schädlingsjägerin, etwa beim Schutz von Reisvorräten in China und Japan oder in der Seidenproduktion. Historische Katzenbilder, sogenannte Nezumi Yoke, zeigen, wie selbst Darstellungen von Katzen zum Schutz vor Nagern eingesetzt wurden. Ein Film stellt außerdem die berühmte japanische Bahnhofskatze Tama vor. Die „reisende Katze“ erzählt von der weltweiten Verbreitung der Hauskatze. Vom Nahen Osten und von Ägypten aus gelangte sie über Handels- und Schifffahrtswege nach Europa, Asien, Afrika und schließlich auch nach Amerika. Heute ist die Hauskatze nahezu weltweit verbreitet.
Die Katze zwischen Natur und Mensch
Im Bereich „die jagende Katze“ wird die Katze als erfolgreiche Jägerin thematisiert. Präparate typischer Beutetiere und ein Experteninterview beleuchten die Auswirkungen freilaufender Hauskatzen auf die Tierwelt und greifen damit auch aktuelle ökologische Fragen auf. Der Abschnitt „Die schöne Katze“ zeigt, dass Katzen schon früh nicht nur nützlich, sondern auch geliebte Begleiter waren. Thematisiert werden frühe Katzenzucht in Thailand, die Bedeutung der Siamkatze für die europäische Zuchtgeschichte und die problematischen Folgen moderner Qualzuchten. Auch Fragen artgerechter Haltung und der Kommunikation zwischen Mensch und Katze werden aufgegriffen.
Katzenkultur
Im Bereich der „populären Katze“ schlägt die Ausstellung den Bogen in die Gegenwart. Eine farbenfrohe Inszenierung einer New Yorker Bodega stellt die berühmten Bodega Cats vor, die als Ladenkatzen und Social-Media-Stars bekannt sind. Auch japanische Popkultur mit Figuren wie Hello Kitty oder Doraemon wird thematisiert. Historische japanische Farbholzschnitte werden dabei heutigen Katzenmemes gegenübergestellt. Am Ende der Ausstellung lädt eine gemütliche Leseecke dazu ein, in Katzenliteratur zu blättern oder auch das Tanzbein in einer Katzen-Disko zu „Miaow“-Covern von Bongo Cat zu schwingen.
Ergänzt und vertieft werden die Themen der Ausstellung durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Führungen, Workshops, Quiz-Nights, Vorträgen für Kinder und einem großen Fest.
Presseinformation des Übersee-Museums Bremen
Die Abbildungen und Bildbeschreibungen sind nicht Teil der Ausstellung sondern meinem Buch „Rotbarts wilde Verwandte“ entnommen.
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