Mittwoch, 13. März 2024

IndustrieInsekten - In einem unbekannten Land

Ausstellung im LWL-Museum Textilwerk Bocholt vom 17.3. - 3.11.2024

Am Ufer der Aa in Bocholt entdeckte Naturfotograf Klaus Rieboldt die Larvenhaut einer blaugrünen Mosaikjunger. Die Aufnahme mit dem Spinnereigebäude im Hintergrund ist das Titelmotiv der Ausstellung "IndustrieInsekten" im Textilwerk, die am Sonntag eröffnet.
Foto: LWL / Klaus Rieboldt
  
 

Presseinformation lwl. Schillernde Farben, fremdartige Gestalten, erstaunliche Fähigkeiten: Insekten sind faszinierend. Weltweit gibt es über eine Million bekannte Arten. Doch die Bestände schwinden. In Deutschland steht von 33.000 Arten inzwischen jede zweite auf der "Roten Liste". Die Fotografin Ute Matzkows und der Fotograf Klaus Rieboldt haben Insekten auf den Arealen der acht LWL-Museen für Industriekultur aufgespürt.

Ihre beeindruckenden Fotografien stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zum Saisonstart am 17. März in der Spinnerei des LWL-Museums Textilwerk in Bocholt eröffnet. Bis 2. November werden die "IndustrieInsekten" die historischen Fabriksäle bevölkern. Das LWL-Museum zeigt insgesamt rund 150 Fotografien als Slideshows auf großformatigen Bildschirmen. Die "Leitinsekten" der acht Museen - darunter prächtige Flieger wie die Gebänderte Prachtlibelle oder imposante Krabbler wie der Hirschkäfer - kommen auf hinterleuchtetem Textil groß heraus. Filme, detailgetreue Modelle, Mitmachstationen und viele Informationen zu den Fähigkeiten der Sechsbeiner, zur Bedrohung ihrer Lebenswelt und Möglichkeiten, selbst etwas für sie zu tun, ergänzen die Präsentation. "Insekten sind ein Symbol für die faszinierende Vielfalt der Natur, die mehr und mehr bedroht ist. Ökologie ist ein Zukunftsthema, das gerade an unseren Museen für Industriekultur richtig angesiedelt ist. Denn die ehemaligen Produktionsorte standen 200 Jahre lang auch für erhebliche Umweltbelastungen", sagte Museumsdirektorin Dr. Kirsten Baumann am Dienstag (12.3.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Bocholt. Heute böten die weitläufigen Areale im Umfeld der ausgedienten Fabriken wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere, darunter zahlreiche Insektenarten.

Die "Gebänderte Prachtlibelle" ist das Leitinsekt des Textilwerks. Foto, Modell und ein Präparat zeigen die Libelle in verschiedenen Größen und ihrer ganzen Schönheit.
Foto: LWL / Harms

Die Ausstellung

In der Ausstellung ist jedem der acht Museen ein "Kubus" gewidmet. Auf einem Bildschirm läuft jeweils eine Slideshow mit 18 Fotografien von Insekten, die Matzkows und Rieboldt auf den Arealen rund um die jeweiligen Häuser, auf Wiesen, Schotterflächen, an Mauern und Wasserflächen fotografiert haben. Das Spektrum reicht von bekannten Arten wie der Gemeinen Eintagsfliege und dem Marienkäfer über Bewohner spezieller Lebensräume wie dem Wasserläufer bis hin zu Exoten wie Flechtenbärchen, Grünrüssler oder Balkenschröter. Dem Leitinsekt können Betrachter auf Augenhöhe begegnen. Neben den großen Fotos gibt es eigens angefertigte, bis zu 120 Zentimeter große Modelle sowie ausführliche Steckbriefe zu Aussehen, Besonderheiten und Eigenschaften der Sechsbeiner. An Hands-On-Stationen können Gäste zum Beispiel Töne dem richtigen Tier zuordnen, Insektenmemory spielen oder mit einem Scanner bei ausgewählten Produkten aus dem Supermarkt herausbekommen, welche unter "Mitarbeit" von Insekten entstanden. Ihren Beitrag können Ökonomen beziffern: Insekten bestäuben allein in Deutschland Pflanzen im Wert von 3,8 Milliarden Euro pro Jahr.

Folgendes Video vermittelt einen guten Eindruck vom Konzept der Ausstellung


Und einen Besuch dieser hochinfomativen Seite zum Thema der Ausstellung kann ich nur wärmstens empfehlen https://textilwerk.lwl.org/de/ausstellungen/industrieinsekten/


 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen