Mittwoch, 8. Januar 2014

Weihnachtliche Vorratsdatenspeicherung



. . . in innovativer Salzteigtechnologie

Während die NSA sich einen Supercomputer nach dem anderen zulegt und immer neue und  mächtigere Spähprogramme entwickelt, befindet sich mein analoger Pfotenabdruckscanner mit integriertem 3D-Permanentspeicher noch in der Entwicklungsphase.  Ausgangsmaterial und Herstellung des Gerätes können dabei ebenso als ausgereift gelten, wie die Verarbeitung der gewonnenen Daten. Der Pfotenscanvorgang bei renitenten Staatsbürgern allerdings ist noch erheblich verbesserungsbedürftig.


Jeder pflichtbewussten Katze sollte es eigentlich ein Vergnügen sein, den Menschen ihre Pfotenabdruckdatei bereitwillig zur Verfügung zu stellen. Schließlich lieben Menschen nicht nur ihre Fellnasen, sondern auch entsprechende personenbezogene Daten in Form beispielsweise von Fotos oder eben auch Pfotenabdrücken. Die Pfotenscanbereitschaft unserer Katzen hält sich – bei allem schon beinahe aufdringlichen Interesse an den Vorbereitungen – allerdings in sehr engen Grenzen.

Kätzisches Interesse an der Verfahrenstechnik

Zum Herstellen und Ausrollen des Datenträgers waren bereits zwei Personen erforderlich. Eine war vollauf damit beschäftigt, die Katzen vom Tisch zu heben, zu scheuchen, zu locken, während die andere eine möglichst gleichmäßige Salzteigschicht versuchte, auf dem bemehlten Tisch aufzubringen. Bereits die zuvor hergestellten Mürbeteigplätzchen waren nur unter großen Schwierigkeiten entstanden, deren Glasur und Dekoration musste schließlich im Interesse aller Beteiligten unter Ausschluss der kätzischen Öffentlichkeit erfolgen.

Solide Vorbereitungen blieben erfolglos

Anders beim analogen Scanner. Hier war natürlich eine möglichst zwanglose Beteiligung der Fellnasen am Pfotenscanvorgang zwingend erforderlich. Und obwohl die Katzen keinerlei Berührungsängste beim Mürbeteig zeigten, das Betreten des Scannerfeldes kam für die renitente Bande offensichtlich nicht in Frage. Dabei war durch Konsistenz und Oberflächenbehandlung sichergestellt, dass keine Materialreste an den Katzenpfoten haften bleiben konnten, die Ungenießbarkeit des Salzteiges stellte also kein echtes Problem dar.  Nun mussten wir also handgreiflich werden.

Für den einen ist es Arbeit, für den anderen ist es Spiel

1. Versuch: einen Klumpen Salzteig unter die Pfote des Probanden drücken, während ihn eine Person liebevoll in ihren Armen fixierte, scheiterte an unkontrollierbaren Zuckungen der jeweiligen kätzischen Extremitäten.
2. Versuch: mit Leckerlies das Katzentier dazu bewegen, über den Pfotenscanner zu laufen blieb angesichts der Umwege, die Katzens fanden, um das Betreten des Abdrucksammlers zu vermeiden, ebenfalls erfolglos.

Erst die dritte Maßnahme führte nach mehreren Versuchen zu halbwegs brauchbaren Ergebnissen:
Man nehme die Katze, hebe sie etwa 20 cm über den Salzteigfladen und lasse sie auf ihre Pfoten fallen. Das Ergebnis sind zahlreiche Pfotenabdrücke ganz unterschiedlicher Qualität, die sich beim hastigen Verlassen des Scannerfeldes ergeben. Die lassen sich dann gemeinsam mit dem völlig ungerührten aber ungemein neugierigen Probanden auswerten. Es ist dabei gar nicht so einfach, aus der während einer Aufnahme entstandenen Datenflut einen kompletten, brauchbaren Pfotenabdruck zu isolieren und mit einer Plätzchenform auszustechen.

Weiterer Forschungs- und Entwicklungsbedarf – Drittmittelgeber gesucht

Um die vier hier abgebildeten Datensätze (zwei von Sally, zwei  von Benno, jeweils eine Vorder- und eine Hinterpfote) zu erfassen, benötigten wir rund eine halbe Stunde, in der die Katzen deutlich mehr Spaß hatten, als wir.

 Das analoge Ganzkörperfernscanverfahren befindet sich, wie die Fotos unten belegen noch im Stadium der Grundlagenforschung.

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